Wenn es regnet...

Und wenn es regnet…
Regenzeit in Kampala, das bedeutet unglaublich viel Dreck und roter Schlamm, die in reissenden Wassermassen die Strassen herunterstroemen.
Das Wetter spielt wirklich verrueckt: die erste Haelfte des Tages kann es strahlenden Sonnenschein und drueckende Hitze haben und dann verdunkeln innerhalb 10 min riesige Wolkenberge den Himmel, es wird ganz kalt, dann schuettet es wie aus Eimern und alles ist in Null Komma Nichts ueberflutet. Die Menschen fluechten sich unter Vordaecher oder in ihre Haeuser und kommen nicht wieder heraus, bis es aufgehoert hat zu regnen.
Nach diesen Sturzfluten ist die Luft jedoch endlich mal herrlich frisch und sauber.
Als mich der Regen das letzte Mal erwischte ging ich gerade nach Hause und so war der naechste Unterschlupf ein kleiner Bretterverschlag, wo Milch verkauft wurde. Der Verkaeufer, ein Junge von 14 Jahren lernte mir in meiner halbstuendigen Wartezeit ein Kartenspiel und seitdem kaufe ich dort meine Milch ein.
Und wenn die Sonne scheint…
Sonnenschein hier kann angenehm warm, aber genauso unertraeglich stechend heiss sein.
Das war letztens der Fall, als ich mit einem Jungen aus RHU joggen ging. Obwohl es 9 Uhr morgens war, brannte schon bald die Sonne auf uns herab und ich wurde sofort knallrot…
mittags hatte es 40 Grad!
Ein rennender, roter Muzungu ist uebrigens noch viel aussergewoehnlicher als ein normal weisser Muzungu. Das war wohl der Grund warum mir ueberall die Leute hinterherstarrten, mir hinterherriefen und teilweise sogar mitliefen. Das wars dann wohl erstmal mit Joggen, das naechste Mal geh ich abends, wenn es dunkel wird!
Inzwischen meide ich einfach die heisse Mittagszeit und bleibe im Haus, wo es ja auch immer genug Arbeit gibt.
Hausarbeit…
Hausarbeit dachte ich mir- das ist doch kein Problem fuer mich!
Ich habe ja jahrelange Erfahrung durch meinen Putzjob und bin auch sonst kein verwoehntes Prinzesschen. Tja, aber Putzen, Waschen, Abspuelen hier geht eben doch etwas anders von statten als daheim…
Nehmen wir mal an, ich wollte mein Zimmer saubermachen: da gibt es keinen Staubsauger, mit dem man innerhalb 5 min die rote Staubschicht, die eigentlich immer unseren Boden ueberzieht, wegsaugen koennte. Nein, da nimmt man einen Reisigbesen(ungefaehr einen halben Meter lang)mit dem man dann gebueckt wie eine alte Frau den Dreck herauskehrt. Da wir auch keine Schaufel oder aehnliches besitzen, muss man den Dreck immer bis zur Haustuer herauskehren-wenigstens wird dann auch noch der Flur und die Kueche mit saubergemacht. 
Mit dem Wischen ist es aehnlich: mit einem alten, nassen Lumpen rutscht man schrubbend auf den Knien herum. Bin wohl doch verwoehnt, ich sag nur HARAwischer…
Abgespuelt und gewaschen wird natuerlich mit der Hand, das war mir schon klar, das man davon jedoch wunde bis blutige Knoechel bekommt, war mir neu. Jeans und Handtuecher sind besonders gemein.
Auch interessant und fuer mich anfangs absonderlich, ist, dass egal fuer welchen Putzarbeit dieselbe Seife benutzt wird! Und die ist auch noch blau und wird in Halbmeterstangen verkauft-macht aber doch sauber!

23.11.07 16:44

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen