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Gulu

 

Unsere(Johann, Dana, Francis und ich ) 4 taegige Reise nach Gulu begann am Buspark in Kampala- unzaehlige Fahrzeuge, deren Fahrer die Passanten mit den Qualitaeten(very comfortable!haha) ihrer klapprigen Busse zu ueberzeugen versuchen, sei es mit Komplimenten, Anmachspruechen, oder agressivem Rufen.
Wir waehlten also ein Busunternehmen aus, das uns einigermassen serioes und intakt erschien-doch bis wir starten konnten brauchte es noch einiges an Geduld, Bananenpfannkuchen, Wasser und ausserdem Wachsamkeit (was etwas schwierig ist um 9 uhr morgens).Neben all den Brot-, Bananen-, Snacks-, Schmuck-,und Schuhverkaeufern, die dir ihre Ware zum Busfenster hineinstecken, gibt es naemlich auch viele Taschendiebe.
Johann konnte sein Handy gerade noch vor einer dreisten Hand in seiner Hosentasche retten, indem er dem Besitzer, einem abgerissenen Jugendlichen, auf die Hand schlug, worauf der schnell das Weite suchte.
Unser Bus fuellte sich nun langsam mit Menschen, Gepaeckstuecken, Menschen, noch mehr Gepaeck-bis er endlich randvoll war und wir nach einer Stunde Warten endlich abfahren konnten. (Funktionierende Busfahrplaene sind wirklich ein Segen-denkt das naechste Mal daran wenn ihr mit dem Bus fahrt und euch vielleicht wegen 10 min Verspaetung aufregt!)
Nach 2h waren wir ausserhalb Kampala und seinem ewigen Traffic Jam und hatten nun noch 3h fahrt auf durchloecherten, staubigen Strassen vor uns. Es wurde ein afrikanischer Film gezeigt, tragisch dramatischer Herzschmerzkitsch(eifersuechtige Frau vergiftet ihre Schwester um an deren Mann zu kommen und wird schliesslich vom Rachegeist der Schwester in den Wahnsinn getrieben), der mich aber nur maessig von der Hitze und dem unangenehmen Kleben am Plastiksitz ablenken konnte.
Unser Begleiter, Francis, ein ugandischer Ingenieur, der in Gulu Solaranlagen installiert, beantwortete uns viele Fragen die wir ueber die Situation im Norden hatten. Aus dem Reisefuehrer wussten wir, das der Norden zwar als inzwischen friedlich gilt, die LRA(Lord’s Resistance Army) aber immer noch vorhanden und aktiv ist.
Zwei Jahrzehnte hat der Buergerkrieg, der diese Gegend ruiniert hat gedauert-wo frueher das Hauptanbaugebiet fuer Bohnen und Hirse lag waechst heute kaum noch etwas. Ein Ziel des Rebellenanfuehrers Kony ist  unter anderem die Errichtung eines christlich-religioesen Acholistaates;Acholi ist einer der Staemme im Norden.
1, 5 Millionen Menschen sind aus Angst vor den grausamen Ueberfaellen der LRA in die IDP(Internal Displaced People) camps gefluechtet und fristen nun dort ihr Dasein. Francis erzaehlte uns jedoch dass einige von ihnen nun anfingen zurueck in ihre Doerfer zu gehen und Hoffnung in der Luft laege, dort in Zukunft ungestoert leben zu koennen.
Nachdem wir in Gulutown angekommen waren, konnten wir uns nachmittags dann ein eigenes Bild machen: 8 Lagerliegen etwas stadtauswaerts, das greosste birgt 200000 Menschen und gleichen eigentlich grossen Doerfern. Nur stehen die Haeuser sehr gedraengt beisammen, es gibt keinen Platz fuer Baeume, Wiesen, Tiere und Anbauflaeche, was auch erklaert wieso diese Menschen Hunger leiden. Ihnen gehoert hier nichts ausser ihrer kleinen, strohgedeckten Lehmhuette. Die Menschen sind unglaublich arm dort, die Kinder haben Steckerlbeine und Kugelbaeuche und schauen einen stumm und mit grossen Augen an.
Ich fuehlte mich elend, wie kann man bei diesem Ausmass an Armut und Misere weiterhelfen, etwas veraendern?
Auch dass mein Einsatz hier vielleicht sinnvoller als im Kampala waere.
Doch abends entdeckten wir das in diesen Menschen auch ein Leben, Lebensmut steckt: wir wurden von einigen Bewohnern zu einer Tanzauffuehrung und einem Abendessen eingeladen. So wenig sie auch zu Beissen haben moegen, fuer Gaeste laesst sich immer etwas finden. Und aus wenigem wissen sie viel zu machen:es gab Maisbrei, Reis, Kohl mit Sesamsosse. Da sassen wir dann im Dunkeln in einem Halbkreis, versuchten mit den Haenden zu essen und sahen den tanzenden Frauen und Kindern zu. Diese traditionellen Taenze sind so beeindruckend femdartig fesselnd und voller Energie. So toll! Irgendwann sind wir sogar aufgesprungen und haben mitgetanzt!
Fortsetzung folgt!

17.12.07 11:23, kommentieren

Happy New Year!!

Hallo alle zusammen!

Vielen Dank fuer die vielen Neujahrsemails, auch ich wuensche allen zu hause und die diesen Blog lesen ein gutes, neues Jahr, gute Entscheidungen, Gesundheit, Liebe und etwas afrikanische Gelassenheit

Ich hoffe auch ihr hattet  ein schoenes Weihnachtfest, andaechtige Heiligabende mit euren Familien, vielleicht sogar Schnee?

Mein Weihnachten war eine riesen Party im RAinbowhouse mit ueber 100 Kindern, vielen Luftballons, Sweeties, Spielen und Auffuehrungen.Dass nur ganz kurz, damit ihr einen kleinen Vorgeschmack des naechsten Eintrags bekommt.

Ja und meine Mutter ist seit einer Woche hier!Die hat Augen gemacht, doch es gefaellt ihr ganz, ganz gut

Bis bald, alles Liebe,

eure Ronja

4 Kommentare 31.12.07 15:14, kommentieren