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Ausflug nach Jinja

Mein erstes schoenes Wochenende: Ausflug nach Jinja
Samstagnachmittag starteten Michael, David und ich auf nach Jinja, um Michaels Bruder zu besuchen. Leider waren wir genau zur Rush hour unterwegs, weswegen sich unser Bus eine Stunde laenger durch das undurchdringliche Verkehrsgetuemmel kaempfen musste.
Doch diese dreistuendige Fahrt wurde durch Davids “I want to zouzou!”-Rufe ploetzlich sehr kurzweilig!
Was nun? Der Bus haelt fuer solche Belanglosigkeiten nicht an, eine Flasche war nicht greifbar, also wurde kurzerhand auf den Boden des Busses unter den Sitz Pipi gemacht! Ich liess nur einen unglaeubigen Schrei los und konnte gerade noch meinen Rucksack und meine Fuesse in die Hoehe retten! Tja, aber anscheinend ist das wohl relativ normal, jedenfalls fand daran keiner Anstoss…Michaels Kommentar dazu war nur ” If the bus doesn’t stop- What should we do?”
Ich haette ihn aus dem Fenster gehalten, oder Zeter und Mordio geschrien bis der Bus anhaelt…
Danach war ich dann so verschreckt und geschockt, dass ich mich die ganzen 3 h nicht getraut habe was zu trinken!
Bei Richards grossem Haus angekommen, wurden wir willkommen geheissen und sind dann, nach einer warmen! Dusche, erschoepft ins Bett gefallen.
Und dieser Comfort ging am naechsten Morgen noch weiter:kaum aufgestanden wartete schon Fruehstuck auf uns(Toast, Kaese, Ananas, Milchkaffee und Tee alles von der Housemaid zubereitet)
Richard und seine Frau sind sehr nett, doch ihre 2 Kinder, ein 3 jaehriges Maedchen und ein 8jaehriger Junge sind ziemlich verzogen! Da die Eltern gut verdienen, Richard mit einer Fahrradwerkstatt und Rose als Krankenschwester, bekommen die Kids alles was sie wollen: Spielzeug, Nutella, immer jmd der sich um sie kuemmert(2 Hausmaedchen)…
Ausserdem waren im Haus noch 2 deutsche Maedls, die gerade von ihrem anstrengenden Krankenhausjob ausspannten. Iris und Henrieke, beide 24, machen dort ein Praktikum als Hebammen und standen noch unter Schock von den ersten Eindruecken: viele Totgeburten, 15jaehrige Muetter, keine Hygiene, Ameisenstrassen an den Waenden und Flughunde im Kreissaal. Dazu kam noch dass Iris Malaria bekam- trotz Lariamprophylaxen!
Da sie aber sofort nach Autauchen der ersten Krankheitsanzeichen zum Arzt gegangen ist und Medikamente genommen hat, war sie nach 2 Tagen wieder auf den Beinen.
Also alles halb so wild…
Mit Iris, Michael und den Kids fuhren wir dann zu den Itandafalls. Die befinden sich noedlich des Viktoriasees auf einem Stueck des Nils. Zum ersten Mal bekam ich dort den Eindruck, wirklich die Perle Afrikas zu bereisen,wie Uganda in meinem Reisefuehrer heisst.
Die Landschaft ist von einem frischen, satten Hellgruen, die Strassen sind gesaeumt von Bananen-Tee oder –Kaffeeplantagen und Reisfeldern, dazwischen stehen verstreut kleine Lehmheutten mit Stohdaechern. Und obwohl diese Lebensumstaende primitiv aussehen, ist diese Armut noch lange nicht mit der verzweifelten, dreckigen Armut Kampalas zu vergleichen!
Hier schien jeder zufrieden, jedes Haus hat seine Kuh oder Ziege oder Huehner, seinen Garten, es gab sogar liebevoll angelegte Blumenbeete!
Die Menschen lachten uns an und riefen uns Jambo! (Willkommen) entgegen, was wir dann heftig winkend erwiderten.
Die Itandafalls waren auch sehr beeindruckend: riesige Wassermassen stuerzten dort einen Berg hinab, am Ufer wurde gewaschen, gebadet und gefischt. Man konnte viele Wasservoegel sehen, die Nester bauten oder Fische aus dem Flug fingen. Als ich spaeter allein an einem kleinen, stillen Platz am Wasser sass und malte, tauchte ploetzlich aus dem Nichts eine Schar Kinder auf, die mich umringten und mir dann neugierig ueber die Schulter sahen.
Da sie dabei jedoch den vogel verscheuchten, den ich gerade gemalt hatte, machte es nicht viel Sinn weiterzumalen. Ausserdem kam kurz danach eine Gruppe Rafter in Kanus und Gummibooten um die Flussbiegung geschossen, die mit Gejohle und Geschrei versuchten ueber Wasser zu bleiben. Das sah ziemlich abenteuerlich aus! (Waer das was fuer naechstes Wochenende?;-) Mal sehen…
Abends zurueck in Jinja wanderten Iris und ich noch zur Nilquelle, die aber nicht so spektakulaer aussieht. Am noedlichsten Teil des Viktoriasees  entspringt der Nil, was von einer kleinen Steininsel gekennzeichnet und von Touristen gerne besucht wird.
Aber die Vorstellung von hier aus mit dem Boot bis nach Aegypten zu fahren war schon irgendwie toll! Allerdings braucht man dazu 3 Monate bei der langsamen Srtoemung…
Montags besuchte ich noch die Fahrradwerkstatt von Richard- ein gutes Projekt!
Dort werden Fahrraeder repariert, hergestellt und dann verkauft. Um einerseits die umliegenden Doerfer mit Transportmitteln zu unterstuetzen, und andererseits um Arbeitsplaetze zu schaffen.
Und dann gings leider schon nach Kampala zurueck…obwohl sich in mir alles straeubte in diese hecktische, dreckige, laute Stadt zurueck zu kehren!
Seufz. Aber Richard versicherte mir, dass ich sie immer uebers Wochenende besuchen koenne, das ist sehr gut!
Mal sehen wie diese Woche wird, es faengt naemlich wieder die Schule an! Dann hab ich bis 5 Uhr nichts zu tun- hoffentlich wirds mir da nicht langweilig!
Bis bald, eure Ronja                                                                                                             

1.10.07 16:45, kommentieren

Na super-malaria-jetzt hats mich doch erwischt!

So, ich hab ja lange nicht von mir hoeren lassen und das hatte auch seinen Grund: ich hab naemlich letzten Freitag (20.9.) Malaria bekommen! Und wo? Natuerlich gerade als ich mal wieder auf dem Weg nach Masaka war! Diese Stadt ist irgendwie nicht gut fuer mich, hab ich das Gefuehl… Eigentlich wollte ich dort einen Freiwilligentreff besuchen, aber dazu kams dann nicht mehr. Schon auf der Busfahrt kamen die ersten Symptome, wie Kopfweh, Uebelkeit, heiss-kalt, und als ich dann Fieber bekam, wusste ich, dass das was Ernsteres sein muss. Die Fahrt war mal wieder grauenhaft, aber wenigstens hatten wir keine Panne! Will mir gar nicht ausdenken, wie ich dann zum Arzt gekommen waere! In Masaka brachten mich dann ein paar Maedls, auch Volunteers, mit denen ich gefahren war ins Krankenhaus, wo sofort ein Bluttest gemacht wurde. Ja und der ergab dann tatsaechlich das ich Malaria habe! Daraufhin wurde ich an einen Tropf gehaengt, bekam 3 Spritzen (eine davon in den Pound wurde dann von einem starken Mann in den ersten Stock in mein Krankenzimmer getragen. Dieses Zimmer war eher eine Besenkammer mit einem Bett und einem Stuhl… Naja und unter meinem Bett hauste eine Kakerlake. Aber davon hab ich eh nicht so viel mitgekriegt, ich war eigentlich gar nicht richtig bei Sinnen und nur froh, dass ich endlich beim Arzt und nicht mehr in diesem lauten, engen, heissen Bus sass, in dem man bei jedem Schlagloch durchgeruettelt wurde! Die Nacht war nicht sehr angenehm, aber am Morgen kamen Michael und 2 Maedls aus Rainbow um mich zurueckzubringen- oh gott, schon wieder in den Bus! Aber es ging vorbei und so war ich dann abends wieder in Kampala in meinem Bett im Rainbowhouse. Dort blieb ich dann die naechsten 3 Tage und als ich dachte jetzt hab ichs endlich ueberstanden, bekam ich auch noch Durchfall-unglaublich-ich sass wohl 2 Naechte auf dem Klo!Als keine Besserung in Sicht war ging ich dann zum Arzt, diesmal einem englischen in einer Internationalen Klinik. Der untersuchte mich machte einen Bluttest und versicherte mir erstmal, dass keine Malariaerreger mehr in meinem Blut waren. Ausserdem stellte er noch eine schlimme Darminfektion fest, die aber ganz gewoehnlich bei Neulingen in Unganda sind. Also bekam ich wieder Medizin, diesmal ein Antibiotikum und jetzt nach weiteren 2 Tagen gehts mir endlich wieder gut, auch wenn ich wohl 5 kilo weniger wiege-muss ich eben die naechsten Tage wieder tuechitig essen, dann wirds schon wieder! So, aber nach Masaka fahr ich so schnell nicht mehr, das ist klar, diese Stadt bekommt mir irgendwie nicht…

Viele Gruesse und bis bald, eure ronja

3 Kommentare 1.10.07 16:53, kommentieren