Happy New Year!!

Hallo alle zusammen!

Vielen Dank fuer die vielen Neujahrsemails, auch ich wuensche allen zu hause und die diesen Blog lesen ein gutes, neues Jahr, gute Entscheidungen, Gesundheit, Liebe und etwas afrikanische Gelassenheit

Ich hoffe auch ihr hattet  ein schoenes Weihnachtfest, andaechtige Heiligabende mit euren Familien, vielleicht sogar Schnee?

Mein Weihnachten war eine riesen Party im RAinbowhouse mit ueber 100 Kindern, vielen Luftballons, Sweeties, Spielen und Auffuehrungen.Dass nur ganz kurz, damit ihr einen kleinen Vorgeschmack des naechsten Eintrags bekommt.

Ja und meine Mutter ist seit einer Woche hier!Die hat Augen gemacht, doch es gefaellt ihr ganz, ganz gut

Bis bald, alles Liebe,

eure Ronja

4 Kommentare 31.12.07 15:14, kommentieren

Gulu

 

Unsere(Johann, Dana, Francis und ich ) 4 taegige Reise nach Gulu begann am Buspark in Kampala- unzaehlige Fahrzeuge, deren Fahrer die Passanten mit den Qualitaeten(very comfortable!haha) ihrer klapprigen Busse zu ueberzeugen versuchen, sei es mit Komplimenten, Anmachspruechen, oder agressivem Rufen.
Wir waehlten also ein Busunternehmen aus, das uns einigermassen serioes und intakt erschien-doch bis wir starten konnten brauchte es noch einiges an Geduld, Bananenpfannkuchen, Wasser und ausserdem Wachsamkeit (was etwas schwierig ist um 9 uhr morgens).Neben all den Brot-, Bananen-, Snacks-, Schmuck-,und Schuhverkaeufern, die dir ihre Ware zum Busfenster hineinstecken, gibt es naemlich auch viele Taschendiebe.
Johann konnte sein Handy gerade noch vor einer dreisten Hand in seiner Hosentasche retten, indem er dem Besitzer, einem abgerissenen Jugendlichen, auf die Hand schlug, worauf der schnell das Weite suchte.
Unser Bus fuellte sich nun langsam mit Menschen, Gepaeckstuecken, Menschen, noch mehr Gepaeck-bis er endlich randvoll war und wir nach einer Stunde Warten endlich abfahren konnten. (Funktionierende Busfahrplaene sind wirklich ein Segen-denkt das naechste Mal daran wenn ihr mit dem Bus fahrt und euch vielleicht wegen 10 min Verspaetung aufregt!)
Nach 2h waren wir ausserhalb Kampala und seinem ewigen Traffic Jam und hatten nun noch 3h fahrt auf durchloecherten, staubigen Strassen vor uns. Es wurde ein afrikanischer Film gezeigt, tragisch dramatischer Herzschmerzkitsch(eifersuechtige Frau vergiftet ihre Schwester um an deren Mann zu kommen und wird schliesslich vom Rachegeist der Schwester in den Wahnsinn getrieben), der mich aber nur maessig von der Hitze und dem unangenehmen Kleben am Plastiksitz ablenken konnte.
Unser Begleiter, Francis, ein ugandischer Ingenieur, der in Gulu Solaranlagen installiert, beantwortete uns viele Fragen die wir ueber die Situation im Norden hatten. Aus dem Reisefuehrer wussten wir, das der Norden zwar als inzwischen friedlich gilt, die LRA(Lord’s Resistance Army) aber immer noch vorhanden und aktiv ist.
Zwei Jahrzehnte hat der Buergerkrieg, der diese Gegend ruiniert hat gedauert-wo frueher das Hauptanbaugebiet fuer Bohnen und Hirse lag waechst heute kaum noch etwas. Ein Ziel des Rebellenanfuehrers Kony ist  unter anderem die Errichtung eines christlich-religioesen Acholistaates;Acholi ist einer der Staemme im Norden.
1, 5 Millionen Menschen sind aus Angst vor den grausamen Ueberfaellen der LRA in die IDP(Internal Displaced People) camps gefluechtet und fristen nun dort ihr Dasein. Francis erzaehlte uns jedoch dass einige von ihnen nun anfingen zurueck in ihre Doerfer zu gehen und Hoffnung in der Luft laege, dort in Zukunft ungestoert leben zu koennen.
Nachdem wir in Gulutown angekommen waren, konnten wir uns nachmittags dann ein eigenes Bild machen: 8 Lagerliegen etwas stadtauswaerts, das greosste birgt 200000 Menschen und gleichen eigentlich grossen Doerfern. Nur stehen die Haeuser sehr gedraengt beisammen, es gibt keinen Platz fuer Baeume, Wiesen, Tiere und Anbauflaeche, was auch erklaert wieso diese Menschen Hunger leiden. Ihnen gehoert hier nichts ausser ihrer kleinen, strohgedeckten Lehmhuette. Die Menschen sind unglaublich arm dort, die Kinder haben Steckerlbeine und Kugelbaeuche und schauen einen stumm und mit grossen Augen an.
Ich fuehlte mich elend, wie kann man bei diesem Ausmass an Armut und Misere weiterhelfen, etwas veraendern?
Auch dass mein Einsatz hier vielleicht sinnvoller als im Kampala waere.
Doch abends entdeckten wir das in diesen Menschen auch ein Leben, Lebensmut steckt: wir wurden von einigen Bewohnern zu einer Tanzauffuehrung und einem Abendessen eingeladen. So wenig sie auch zu Beissen haben moegen, fuer Gaeste laesst sich immer etwas finden. Und aus wenigem wissen sie viel zu machen:es gab Maisbrei, Reis, Kohl mit Sesamsosse. Da sassen wir dann im Dunkeln in einem Halbkreis, versuchten mit den Haenden zu essen und sahen den tanzenden Frauen und Kindern zu. Diese traditionellen Taenze sind so beeindruckend femdartig fesselnd und voller Energie. So toll! Irgendwann sind wir sogar aufgesprungen und haben mitgetanzt!
Fortsetzung folgt!

17.12.07 11:23, kommentieren

Wenn es regnet...

Und wenn es regnet…
Regenzeit in Kampala, das bedeutet unglaublich viel Dreck und roter Schlamm, die in reissenden Wassermassen die Strassen herunterstroemen.
Das Wetter spielt wirklich verrueckt: die erste Haelfte des Tages kann es strahlenden Sonnenschein und drueckende Hitze haben und dann verdunkeln innerhalb 10 min riesige Wolkenberge den Himmel, es wird ganz kalt, dann schuettet es wie aus Eimern und alles ist in Null Komma Nichts ueberflutet. Die Menschen fluechten sich unter Vordaecher oder in ihre Haeuser und kommen nicht wieder heraus, bis es aufgehoert hat zu regnen.
Nach diesen Sturzfluten ist die Luft jedoch endlich mal herrlich frisch und sauber.
Als mich der Regen das letzte Mal erwischte ging ich gerade nach Hause und so war der naechste Unterschlupf ein kleiner Bretterverschlag, wo Milch verkauft wurde. Der Verkaeufer, ein Junge von 14 Jahren lernte mir in meiner halbstuendigen Wartezeit ein Kartenspiel und seitdem kaufe ich dort meine Milch ein.
Und wenn die Sonne scheint…
Sonnenschein hier kann angenehm warm, aber genauso unertraeglich stechend heiss sein.
Das war letztens der Fall, als ich mit einem Jungen aus RHU joggen ging. Obwohl es 9 Uhr morgens war, brannte schon bald die Sonne auf uns herab und ich wurde sofort knallrot…
mittags hatte es 40 Grad!
Ein rennender, roter Muzungu ist uebrigens noch viel aussergewoehnlicher als ein normal weisser Muzungu. Das war wohl der Grund warum mir ueberall die Leute hinterherstarrten, mir hinterherriefen und teilweise sogar mitliefen. Das wars dann wohl erstmal mit Joggen, das naechste Mal geh ich abends, wenn es dunkel wird!
Inzwischen meide ich einfach die heisse Mittagszeit und bleibe im Haus, wo es ja auch immer genug Arbeit gibt.
Hausarbeit…
Hausarbeit dachte ich mir- das ist doch kein Problem fuer mich!
Ich habe ja jahrelange Erfahrung durch meinen Putzjob und bin auch sonst kein verwoehntes Prinzesschen. Tja, aber Putzen, Waschen, Abspuelen hier geht eben doch etwas anders von statten als daheim…
Nehmen wir mal an, ich wollte mein Zimmer saubermachen: da gibt es keinen Staubsauger, mit dem man innerhalb 5 min die rote Staubschicht, die eigentlich immer unseren Boden ueberzieht, wegsaugen koennte. Nein, da nimmt man einen Reisigbesen(ungefaehr einen halben Meter lang)mit dem man dann gebueckt wie eine alte Frau den Dreck herauskehrt. Da wir auch keine Schaufel oder aehnliches besitzen, muss man den Dreck immer bis zur Haustuer herauskehren-wenigstens wird dann auch noch der Flur und die Kueche mit saubergemacht. 
Mit dem Wischen ist es aehnlich: mit einem alten, nassen Lumpen rutscht man schrubbend auf den Knien herum. Bin wohl doch verwoehnt, ich sag nur HARAwischer…
Abgespuelt und gewaschen wird natuerlich mit der Hand, das war mir schon klar, das man davon jedoch wunde bis blutige Knoechel bekommt, war mir neu. Jeans und Handtuecher sind besonders gemein.
Auch interessant und fuer mich anfangs absonderlich, ist, dass egal fuer welchen Putzarbeit dieselbe Seife benutzt wird! Und die ist auch noch blau und wird in Halbmeterstangen verkauft-macht aber doch sauber!

23.11.07 16:44, kommentieren

Ein weiterer Verwandter von Speedy der Maus...

Mein Tag heute hat wirklich nicht gut angefangen. Nachdem ich mich aus meinem Moskitonetz gekaempft hatte, um auf die Toilette zu gehen- nur um sie von unserer Meisterin im Langduschen besetzt zu finden, musste ich mit der Latrine draussen vorlieb nehmen… An Kakerlaken und anderes Kriechgetier habe ich mich ja inzwischen gewoehnt, das ekelt mich nicht mal morgens, wenn ich im Halbschlaf meine klaeglichen Zielversuche anstelle. Doch als ich zurueckkam zog ein herzzerreissendes Piepsen meine Aufmerksamkeit auf sich und als ich dem Geraeusch nachging fand ich eine Maus festgeklebt auf einem Stueck Papier, die sich verzweifelt zappelnd zu befreien versuchte! Das war dann wirklich zuviel fuer mich. Ich kenne diese Fangmethode schon, doch bis jetzt hatte sie noch keinen Erfolg gezeigt. Gewoehnlich stellt Rose diese Fallen auf, sie schmiert speziellen Maeusekleber(!) auf ein Papier, streut darauf getrocknete kleine Fische als Koeder und legt sie dann unter Betten, Schraenken…aus wo sie vor sich hinstinken. Diese Maus jedenfalls war gefangen und so ging ich Rose und die Jungs fragen, was denn jetzt mit dem armen Tier geschehen soll. Die Antwort war:Jemand muss sie totschlagen. Na toll. Jemand. Natuerlich wollte niemand diese Arbeit machen und so beschloss ich die Maus zu befreien. Aber dieser Kleber ist so verdammt klebrig! Mir tat die Maus so leid, als ich versuchte sie mit einem Stoeckchen herunterzupulen-die hat sich so gewunden und geschrien! Ausserdem klappte es auch gar nicht ich bekam nur einen Schrei und Heulanfall und rannte zurueck ins Haus um bei Rose eine Schimpftirade loszulassen, dass das grausam sei und ich lieber mit Maeusen im Haus lebe als sie so verenden zu lassen. Ich stiess nur auf Unverstaendnis und musste mir anhoeren, dass in Afrika Maeuse eben so gefangen werden und wenn sie nicht totgeschlagen wird, dann stirbt sie halt von alleine. Sind das kulturelle Unterschiede, die man einfach als gegeben hinnehmen muss? Ich habe daraufhin jedenfalls sofort die Falle aus meinem Zimmer weggeschmissen und werde in der Stadt nach einer anderen Art Falle suchen. Ich hoffe nur ich finde eine. Oder hat jemand daheim eine Idee wie man Maeuse “artgerecht”fangen/ verjagen/ beseitigen kann?

Eure ratlose Ronja

1 Kommentar 23.11.07 16:42, kommentieren

Ich lebe noch.... :-)

                                                                                                    

 

 

Ich lebe noch…. :- )

 

Sicherlich haben sich schon manche daheim gefragt- Mensch, was ist denn mit der Ronja los, wieso gibts denn keine Neuigkeiten mehr?
Erstmal um euch zu beruhigen, mir gehts gut, keinerlei Malariaanzeichen, obgleich vieler Moskitostiche. Bis jetzt hatte von uns nur Natalia Probleme als sie von einer sogenannten Nairobifliege gebissen wurde. Das ist so ein kleiner Kaefer dessen Bisse die Haut entzuenden und dann bekommt man eitrige, rote Flecken, die sich immer weiter ausbreiten. Der Arzt,zu dem wir dann gegangen sind, sind wir dann auch noch ausgelacht worden –ok, vielleicht waren wir etwas zu panisch, wir dachten ja es sei die Kraetze… Gluecklicherweise verschwand dieser Ausschlag aber nach einer Weile wieder von selber.

 

Zurueck zu meiner Schreibfaulheit : natuerlich ist ein Grund das unglaublich nervig-langsame Internet, von den Stromausfaellen ganz zu schweigen, doch letztendlich bin ich schon so tief in das Leben hier eingetaucht, das mir Deutschland ganz unwirklich erscheint.
Ich habe in den letzten 2 Monaten so viele tolle Menschen getroffen, Freunde gefunden und Dinge erlebt, die mich kaum noch an daheim denken liessen.

 

Habe ich ueberhaupt erzaehlt, dass wir jetzt vier Deutsche im Rainbowhouse sind? Natalia und Dana, beide von einer Uni in Bochum, die hier ihr Praktikum machen und Johann, ein bayerischer Brauer, der seinen Zivildienst hier absolviert. Wir sind ein gutes Team wuerde ich sagen. Dana sorgt fuer lange Diskussionen, reflektiert  und hinterfragt sehr viel, Johann und Natalia nehmen die Dinge eher hin wie sie sind und steuern  dafuer den oft noetigen Humor bei.
Anfangs war es meine Aufgabe sie in das taegliche Leben hier einzufuehren und so durchstreiften wir zusammen die Stadt, gingen auf Maerkte, besuchten diverse Sehenswuerdigkeiten und feierten abends in so manchen Bars und Clubs.
Ich habe mich durch meine Landsgenossen zum Glueck nicht von den Ugandern abschotten lassen und habe so viele neue Freundschaften geschlossen.
Zweimal pro Woche gehe ich gewoehnlich im Nationaltheater zum Tanzen, das  Jonas, ein 24jaehriger, sehr ambitionierter und professioneller Taenzer abhaelt. Sein Training-moderner und afrikanischer, traditioneller Tanz ist ziemlich anstrengend, macht aber super viel Spass! Vor allem der afrikanische Tanz: zu unglaublich rhytmischer Musik wird da gestampft und herumgesprungen und inzwischen stelle ich mich dabei gar nicht mehr so bloed an;- )
Mit Jonas unternehme ich auch sonst viel, er hat mich vielen seiner Freunde, die alle in irgendeiner Weise Kuenstler sind, vorgestellt und so haben wir zusammen schon mehrere Ausstellungen, Konzerte und Musicals besucht.
Ein anderer supernetter, interessanter und talentierter Mann ist Kinobe, auch mitte 20. Er ist professioneller Musiker und spielt in der Band Soulbeat, die auch international ziemlich erfolgreich sind. Durch ihn habe ich jetzt total den Faible fuer afrikanische Musik- und vor allem seine :-) Er spielt sicherlich ueber 10 Instrumente, traditionelle und moderne und beherrscht diese so gut, das man gar nicht genug kriegen kann! Hab schon 2 Cds von ihmJ
Dann habe ich noch Sam kennengelernt, Musiker und professioneller Taenzer aber fuer Salsa. Mit ihm habe ich auf seinen neuesten Song ein Duo einstudiert, das  irgendwann mal auch in seinem Musikvideoclip zu sehen sein soll, muss aber noch gedreht werden. Aber schon spannend, gell?

 

Ja und was die Arbeit mit den Kindern angeht, so hatte ich zwischendrin mal eine kleine Durststrecke was das regelmaessige Tanztraining anging- ist einfach schwierig, manchmal kommen die Kids, dann wieder nicht, weil irgendwelche Examen, Feiern oder was auch immer anstehen. Das kann natuerlich frustrieren, vor allem wenn man mit (zu)hoch gesteckten Erwartungen hier ankommt. Immerhin haben wir aber schon beim letzten Social Gathering einen Tanz aufgefuehrt und inzwischen gibt es einen festen Kern, 7 Maedchen, von denen immer jemand kommt und die fuer mich die anderen Kinder mobilisieren.
Momentan proben wir gerade einen israelischen Kreistanz und einen Tuechertanz ein, die wir auf der Weihnachtsfeier zeigen wollen.

 

A propos Durststrecke: hier im Rainbowhouse sieht es finanziell gerade ziemlich schwarz aus, v. a. fuer grundlegende Dinge wie Essen, medizinische Versorgung, Reinigungsmittel ist einfach nicht genug Geld da und immer oefter helfen wir Freiwilligen mit Geld aus. Wie wir da noch fuer eine tolle Weihnachts-und Neujahrsfeier planen sollen, wissen wir erst recht nicht…
Falls also jemand mit einer kleinen Spende weiterhelfen moechte, kann er das ueber den Rainbowhouse of Hope e.V. tun, mehere Infos dazu findet ihr auf www.rainbowhouse.info
Ausserdem wird mich meine Mutter am 23. Dezember fuer 3 Wochen besuchen (jippih!), und auch Dinge fuer die Kinder mitbringen, wer dazu  irgendwas besteuern moechte kann sich unter 08704-657 oder    birgit.nadler@t-online an meine Mutter wenden.
Besonders benoetigt  werden Druckerpatronen von der Marke Hewlett Packard: hp c6578(bunt) und Viking Inkjet Cartridge Vk 6105
ErsteHilfebox, mit Ausstattung(v.a. Pflaster, Desinfektionsspray)
Medizin fuer Schnupfen und Husten
Moskitonetze
Springseile, Tennis oder Jonglierbaelle, Badmintonschlaeger
englische Bilderbuecher, Kinderfilme auf video oder Dvd
einen tragbaren Cdplayer(waere toll fuer Tanzunterricht und Kassettenanhoeren)
Werkzeug( Schraubenzieher, &hellipArbeitshandschuhe
Heftklammermaschinen
Backformen(kleine Foermchen fuer Plaetzchen)
Klettverschluesse um Geldbeutel zu basteln
Bastelmaterial fuer Ketten, Armbaender ( Verschluesse, Nylonschnur, Perlen&hellip

Haengeregale von Ikea sind super um platzsparend dinge zu verstauen

Puh- lange Liste...

Das waere es erstmal von mir, das naechste Mal hoert ihr von mir vom Hype um Chogm, der Queen und vielen BMWs, die zur Zeit, frisch importiert, durch Kampala cruisen!

Bis dahin, alles Liebe

eure Ronja

2 Kommentare 23.11.07 16:39, kommentieren

Na super-malaria-jetzt hats mich doch erwischt!

So, ich hab ja lange nicht von mir hoeren lassen und das hatte auch seinen Grund: ich hab naemlich letzten Freitag (20.9.) Malaria bekommen! Und wo? Natuerlich gerade als ich mal wieder auf dem Weg nach Masaka war! Diese Stadt ist irgendwie nicht gut fuer mich, hab ich das Gefuehl… Eigentlich wollte ich dort einen Freiwilligentreff besuchen, aber dazu kams dann nicht mehr. Schon auf der Busfahrt kamen die ersten Symptome, wie Kopfweh, Uebelkeit, heiss-kalt, und als ich dann Fieber bekam, wusste ich, dass das was Ernsteres sein muss. Die Fahrt war mal wieder grauenhaft, aber wenigstens hatten wir keine Panne! Will mir gar nicht ausdenken, wie ich dann zum Arzt gekommen waere! In Masaka brachten mich dann ein paar Maedls, auch Volunteers, mit denen ich gefahren war ins Krankenhaus, wo sofort ein Bluttest gemacht wurde. Ja und der ergab dann tatsaechlich das ich Malaria habe! Daraufhin wurde ich an einen Tropf gehaengt, bekam 3 Spritzen (eine davon in den Pound wurde dann von einem starken Mann in den ersten Stock in mein Krankenzimmer getragen. Dieses Zimmer war eher eine Besenkammer mit einem Bett und einem Stuhl… Naja und unter meinem Bett hauste eine Kakerlake. Aber davon hab ich eh nicht so viel mitgekriegt, ich war eigentlich gar nicht richtig bei Sinnen und nur froh, dass ich endlich beim Arzt und nicht mehr in diesem lauten, engen, heissen Bus sass, in dem man bei jedem Schlagloch durchgeruettelt wurde! Die Nacht war nicht sehr angenehm, aber am Morgen kamen Michael und 2 Maedls aus Rainbow um mich zurueckzubringen- oh gott, schon wieder in den Bus! Aber es ging vorbei und so war ich dann abends wieder in Kampala in meinem Bett im Rainbowhouse. Dort blieb ich dann die naechsten 3 Tage und als ich dachte jetzt hab ichs endlich ueberstanden, bekam ich auch noch Durchfall-unglaublich-ich sass wohl 2 Naechte auf dem Klo!Als keine Besserung in Sicht war ging ich dann zum Arzt, diesmal einem englischen in einer Internationalen Klinik. Der untersuchte mich machte einen Bluttest und versicherte mir erstmal, dass keine Malariaerreger mehr in meinem Blut waren. Ausserdem stellte er noch eine schlimme Darminfektion fest, die aber ganz gewoehnlich bei Neulingen in Unganda sind. Also bekam ich wieder Medizin, diesmal ein Antibiotikum und jetzt nach weiteren 2 Tagen gehts mir endlich wieder gut, auch wenn ich wohl 5 kilo weniger wiege-muss ich eben die naechsten Tage wieder tuechitig essen, dann wirds schon wieder! So, aber nach Masaka fahr ich so schnell nicht mehr, das ist klar, diese Stadt bekommt mir irgendwie nicht…

Viele Gruesse und bis bald, eure ronja

3 Kommentare 1.10.07 16:53, kommentieren

Ausflug nach Jinja

Mein erstes schoenes Wochenende: Ausflug nach Jinja
Samstagnachmittag starteten Michael, David und ich auf nach Jinja, um Michaels Bruder zu besuchen. Leider waren wir genau zur Rush hour unterwegs, weswegen sich unser Bus eine Stunde laenger durch das undurchdringliche Verkehrsgetuemmel kaempfen musste.
Doch diese dreistuendige Fahrt wurde durch Davids “I want to zouzou!”-Rufe ploetzlich sehr kurzweilig!
Was nun? Der Bus haelt fuer solche Belanglosigkeiten nicht an, eine Flasche war nicht greifbar, also wurde kurzerhand auf den Boden des Busses unter den Sitz Pipi gemacht! Ich liess nur einen unglaeubigen Schrei los und konnte gerade noch meinen Rucksack und meine Fuesse in die Hoehe retten! Tja, aber anscheinend ist das wohl relativ normal, jedenfalls fand daran keiner Anstoss…Michaels Kommentar dazu war nur ” If the bus doesn’t stop- What should we do?”
Ich haette ihn aus dem Fenster gehalten, oder Zeter und Mordio geschrien bis der Bus anhaelt…
Danach war ich dann so verschreckt und geschockt, dass ich mich die ganzen 3 h nicht getraut habe was zu trinken!
Bei Richards grossem Haus angekommen, wurden wir willkommen geheissen und sind dann, nach einer warmen! Dusche, erschoepft ins Bett gefallen.
Und dieser Comfort ging am naechsten Morgen noch weiter:kaum aufgestanden wartete schon Fruehstuck auf uns(Toast, Kaese, Ananas, Milchkaffee und Tee alles von der Housemaid zubereitet)
Richard und seine Frau sind sehr nett, doch ihre 2 Kinder, ein 3 jaehriges Maedchen und ein 8jaehriger Junge sind ziemlich verzogen! Da die Eltern gut verdienen, Richard mit einer Fahrradwerkstatt und Rose als Krankenschwester, bekommen die Kids alles was sie wollen: Spielzeug, Nutella, immer jmd der sich um sie kuemmert(2 Hausmaedchen)…
Ausserdem waren im Haus noch 2 deutsche Maedls, die gerade von ihrem anstrengenden Krankenhausjob ausspannten. Iris und Henrieke, beide 24, machen dort ein Praktikum als Hebammen und standen noch unter Schock von den ersten Eindruecken: viele Totgeburten, 15jaehrige Muetter, keine Hygiene, Ameisenstrassen an den Waenden und Flughunde im Kreissaal. Dazu kam noch dass Iris Malaria bekam- trotz Lariamprophylaxen!
Da sie aber sofort nach Autauchen der ersten Krankheitsanzeichen zum Arzt gegangen ist und Medikamente genommen hat, war sie nach 2 Tagen wieder auf den Beinen.
Also alles halb so wild…
Mit Iris, Michael und den Kids fuhren wir dann zu den Itandafalls. Die befinden sich noedlich des Viktoriasees auf einem Stueck des Nils. Zum ersten Mal bekam ich dort den Eindruck, wirklich die Perle Afrikas zu bereisen,wie Uganda in meinem Reisefuehrer heisst.
Die Landschaft ist von einem frischen, satten Hellgruen, die Strassen sind gesaeumt von Bananen-Tee oder –Kaffeeplantagen und Reisfeldern, dazwischen stehen verstreut kleine Lehmheutten mit Stohdaechern. Und obwohl diese Lebensumstaende primitiv aussehen, ist diese Armut noch lange nicht mit der verzweifelten, dreckigen Armut Kampalas zu vergleichen!
Hier schien jeder zufrieden, jedes Haus hat seine Kuh oder Ziege oder Huehner, seinen Garten, es gab sogar liebevoll angelegte Blumenbeete!
Die Menschen lachten uns an und riefen uns Jambo! (Willkommen) entgegen, was wir dann heftig winkend erwiderten.
Die Itandafalls waren auch sehr beeindruckend: riesige Wassermassen stuerzten dort einen Berg hinab, am Ufer wurde gewaschen, gebadet und gefischt. Man konnte viele Wasservoegel sehen, die Nester bauten oder Fische aus dem Flug fingen. Als ich spaeter allein an einem kleinen, stillen Platz am Wasser sass und malte, tauchte ploetzlich aus dem Nichts eine Schar Kinder auf, die mich umringten und mir dann neugierig ueber die Schulter sahen.
Da sie dabei jedoch den vogel verscheuchten, den ich gerade gemalt hatte, machte es nicht viel Sinn weiterzumalen. Ausserdem kam kurz danach eine Gruppe Rafter in Kanus und Gummibooten um die Flussbiegung geschossen, die mit Gejohle und Geschrei versuchten ueber Wasser zu bleiben. Das sah ziemlich abenteuerlich aus! (Waer das was fuer naechstes Wochenende?;-) Mal sehen…
Abends zurueck in Jinja wanderten Iris und ich noch zur Nilquelle, die aber nicht so spektakulaer aussieht. Am noedlichsten Teil des Viktoriasees  entspringt der Nil, was von einer kleinen Steininsel gekennzeichnet und von Touristen gerne besucht wird.
Aber die Vorstellung von hier aus mit dem Boot bis nach Aegypten zu fahren war schon irgendwie toll! Allerdings braucht man dazu 3 Monate bei der langsamen Srtoemung…
Montags besuchte ich noch die Fahrradwerkstatt von Richard- ein gutes Projekt!
Dort werden Fahrraeder repariert, hergestellt und dann verkauft. Um einerseits die umliegenden Doerfer mit Transportmitteln zu unterstuetzen, und andererseits um Arbeitsplaetze zu schaffen.
Und dann gings leider schon nach Kampala zurueck…obwohl sich in mir alles straeubte in diese hecktische, dreckige, laute Stadt zurueck zu kehren!
Seufz. Aber Richard versicherte mir, dass ich sie immer uebers Wochenende besuchen koenne, das ist sehr gut!
Mal sehen wie diese Woche wird, es faengt naemlich wieder die Schule an! Dann hab ich bis 5 Uhr nichts zu tun- hoffentlich wirds mir da nicht langweilig!
Bis bald, eure Ronja                                                                                                             

1.10.07 16:45, kommentieren